Impuls 

für einen Glauben mit Kopf, 
Herz und Hand*:

Monatsspruch Juli 2018

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!                 

Hosea 10,12 

 

Kopf: 

Säen und ernten erfreut sich in jüngerer Zeit wieder größerer Beliebtheit – so meine persönliche Wahrnehmung jedenfalls. Auch in der Stadt ist es für viele eine Freude ihre eigenen Kräuter, Gemüse oder Kartoffeln anzubauen. Und ein Genuss, die gerade geernteten Zucchini in die Pfanne zu schmeißen. Immer wieder faszinierend, wie aus den kleinen Samen so üppige Früchte entstehen. Hosea – der Sozialprophet – wirft mit Imperativen, die auf das Wachstum einer gerechten und friedlichen Gesellschaft zielen. Wer auf dem Feld der Gerechtigkeit aussät, wird üppig und auch zur eigenen Freude ernten. Wer sich auf den Feldern des hemmungslosen Eigennutzes und den Jauchegruben des geübten Wegschauens herumtreibt, wird am Ende kaum genießbare Früchte in Händen halten. 

Herz: 

Manchmal sind es kleine Handlungen, denen große Auswirkungen folgen. Ein Satz, gesprochen im richtigen Moment, der lange im Gedächtnis bleibt. Eine unterstützende Geste, ein kurzer Dank, der große Wirkung entfaltet. Oder politisches Engagement für gerechte Entlohnung. Ansatzpunkte für ein gutplatziertes Samenkorn gibt es viele. In diesen Tagen geht der Blick vieler in die Richtung unseres südlichen Nachbarkontinents. Wie geht man um mit der Perspektivlosigkeit, die viele junge Afrikaner in ihren Ländern erleben? Ihre Hoffnungslosigkeit und verzweifelte Suche nach einem anderen glücklicheren, oft überhaupt erst einem Leben, kann einen nicht kalt lassen. Sie in ihrem Bemühen um Lebensmöglichkeiten zu unterstützen, scheint mir eine der großen aktuellen Gerechtigkeitsfragen. 

Hand

Die Herausforderung gilt uns allen. Wo kann ich Gerechtigkeit säen in meinem Umfeld, in meiner Familie, in meiner Stadt? An welchen Stellen leiden Menschen in unserer Gesellschaft an Ungerechtigkeiten und wie lässt sich Gerechtigkeit in all den Ungleichheiten und Konflikten weltweit denken? Die Fragen nehmen schnell übergroße Dimensionen an und drohen uns zu überlasten. Und doch gilt es, den Balanceakt zu schaffen, sich einerseits nicht von diesen Fragen erdrücken zu lassen, ihnen aber andererseits auch nicht auszuweichen. Ein Rabbi in New York verteilte einmal an bestimmten Tagen 1-Dollar-Scheine, mit denen die Empfänger irgendein Werk der Wohltätigkeit vollbringen sollten. Vielleicht wäre das ja ein Anfang: Jeden Tag einen Euro für ein (kleines) Werk der Gerechtigkeit. Die Ernte könnte größer sein als erwartet. 


Andacht zum Monatsspruch

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*Glaube ist nicht unvernünftig. Kritisch denken wir dem nach, was Menschen vor uns von Gott erfahren und aufgeschrieben haben (Kopf). Jedoch bleibt ein Glaube, der nicht unser Herz erreicht, ohne Relevanz für mein Leben. Was ich verstanden und in mein Herz aufgenommen habe, will schließlich zur Hand, will zur Tat werden. 

Glaube durchdringt Denken, Fühlen und Handeln.