Impuls 

für einen Glauben mit Kopf, 
Herz und Hand*:

Monatsspruch November
Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
(Ez 37,27)

Kopf

Gott wohnt irgendwo in Leipzig! Aber wo? Im Einfamilienhaus am Rand der Stadt, in der Zweiraumwohnung unten an der Karli oder doch irgendwo auf dem Bahnhofsvorplatz? Irgendwo hier muss es sein, denn in Dresden wäre er wohl kaum „unter uns“!

Gott ist nahe, weil Nähe die Grundlage einer Beziehung ist. Fernbeziehung ist auf Dauer schwierig und deshalb wohnt Gott so nahe wie möglich. Nicht aufdringlich, aber in einladender Nähe. Wir kennen seine Wohnung oder zumindest wissen wir in welcher Straße wir suchen müssen. Wir können allein zu ihm gehen oder als Gemeinschaft zu ihm pilgern. Seine Tür ist ein bisschen versteckt und manchmal ist auch Baustelle davor, aber verreist ist er nie. 

Herz

Gott wohnt in meiner Nähe, denn er wohnt in meinem Herzen. Und ob ich ihn manchmal nicht spüre und mich frage was er denn nun eigentlich ist und wo er ist, so wohnt er doch dort. Er wohnt dort tief drinnen und seine Wohnung ist nie abgeschlossen. Jedes Mal wenn ich klopfe, hat er meinen Besuch gerade erwartet. Der Tee ist aufgegossen, die Kerze schon angezündet. Mein Besuch kommt nie ungelegen, immer steht Freude in seinem Gesicht geschrieben. Es gibt nur wenige Wohnungen, in denen ich sofort zu Hause bin. Aber dort stellt sich diese Frage gar nicht. Seine Gegenwart ist mein zu Hause. Mein Herz schlägt dort hoch und weich. Stunden vergehen im Flug. Wenn ich dort bin, will ich gar nicht mehr gehen.

Hand

Manchmal muss ich einfach mal anklopfen. Das, was mich abhält von mir werfen. Meine Fragen. Meine Unsicherheiten. Meine Bequemlichkeit. Jetzt ist der Moment. Jetzt trete ich zur Tür. Jetzt klopf ich an. Manchmal muss ich meine Vergesslichkeit überwinden und mich erinnern, wonach ich eigentlich suche. Warum ich dort viel zu oft vorbeilaufe. Immer noch 1000 Dinge erledigen muss und nicht alle davon wirklich wichtig. Mir den Besuch und die „unnütze“ Zeit einfach mal gönnen. Mich von ihm umsorgen lassen. Manchmal ist vielleicht alles gar nicht so kompliziert, ich muss mich einfach nur auf den Weg machen. 


Andacht zum Monatsspruch von Vikar Christoph Schröder



*Glaube ist nicht unvernünftig. Kritisch denken wir dem nach, was Menschen vor uns von Gott erfahren und aufgeschrieben haben (Kopf). Jedoch bleibt ein Glaube, der nicht unser Herz erreicht, ohne Relevanz für mein Leben. Was ich verstanden und in mein Herz aufgenommen habe, will schließlich zur Hand, will zur Tat werden. 

Glaube durchdringt Denken, Fühlen und Handeln.