Geschichte 

Mit einem Festgottesdienst in der Andreaskirche wurden am 6. Januar 1912 die ersten Pfarrer der neuen Gemeinde im Leipziger Süden eingeführt. Der rasante Bevölkerungszuwachs machte eine Teilung der Andreasgemeinde nötig. 1876 entstand aus der Thomasgemeinde die Petersgemeinde. 1890 zählte die neue Gemeinde im Leipziger Süden bereits 50.052 Gemeindeglieder. Die südliche Hälfte wurde als Andreasgemeinde abgetrennt und erhielt 18.960 Seelen. Doch auch die wuchs enorm. Bereits 19 Jahre später kamen erste Gedanken auf, die Gemeinde zu teilen, die dann Ende des Jahres 1911 realisiert wurden. Die Andreasgemeinde zählte im Jahr der Trennung 36.800 Seelen. Davon gab sie 14.000 an die neu gegründete Gemeinde ab. Dieses Mal teilte man in Ost und West. Der Grenzverlauf war die Straßenmitte der Kochstraße.

Am 30. Oktober 1911 konstituierte sich der erste Kirchenvorstand der Südgemeinde, der in seiner Sitzung am 13. Dezember der Gemeinde auch ihren Namen gab. Im Sitzungsprotokoll dieses denkwürdigen Tages heißt es dazu. „Nach längerer Aussprache darüber wird einstimmig beschlossen, die neue Gemeinde Bethlehemgemeinde und die neue Kirche Bethlehemkirche zu benennen.“

Der Rat der Stadt Leipzig stellte für Kirch- und Gemeindehausbau an der Fockestraße ein Grundstück als Patronatsgeschenk zur Verfügung. Erst 15 Jahre nach ihrer Gründung kam es zum Bau des großzügigen Gemeinde- und Pfarrhauses.

Ein Kirchenneubau auf dem angrenzenden Grundstück wurde durch die Widrigkeiten zweier Weltkriege und zuletzt leerer Kirchenkassen immer wieder verhindert. Man war Gast in der Andreaskirche bis sie in den letzten Kriegsjahren durch Bombenangriffe völlig zerstört wurde. So entstand aus dem großzügig angelegten Gemeindesaal ein lichtdurchfluteter Gottesdienstraum für über 250 Personen. An Stelle des Kirchbaus wächst Rasen, ein beliebter Ort für Kinderspiele und Gemeindefeste. Damit die Gemeinde nicht auf Glockengeläut verzichten musste, entstand 1953 neben dem Gemeindehaus ein kleiner Turm, aus dem zwei Glocken die Menschen der westlichen Südvorstadt zum Gottesdienst rufen. Vorher hatte seit 1913 der Posaunenchor diese Aufgabe übernommen, in dem er eine Stunde vor Gottesdienstbeginn an unterschiedlichen Standorten in der Gemeinde Choräle blies. Diese Tradition behielt er später auch noch bei.

Ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl prägt seit Anbeginn diese Gemeinde, deren diakonisches Wirken ihrer einzelnen Kreise sich in der Hilfe für die Alten, Armen und Kranken niederschlug. „Die Bethlehemgemeinde ist uns zur Heimat geworden“, hört man immer wieder, auch von denen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr auf Gemeindegebiet wohnen.